Was kräutert denn da?

balcony-397785_640Sie duften nach Sommer, Sonne, Urlaub. Sie verzaubern eintönige Gerichte in echte Leckerbissen. Sie wirken schmerzlindernd, gelten als pflegeleicht und sehen bei alledem auch noch richtig gut aus: Kräuter sind echte Multitalente für unser Zuhause!  Kultivieren könnt Ihr die meisten Küchenkräuter fast überall: Im klassischen Kräutergarten, im Blumenkasten zwischen Balkonblumen, im Hochbeet mit Gemüse, als Solo-Kultur im Blumentopf auf dem Fensterbrett oder in Körben auf dem Balkon. Selbst der kleinste Stadtbalkon bietet die Möglichkeit zur Aufzucht. Beachten müsst Ihr nur die Standortansprüche.

Direkte Sonnenlage: Ideal für mediterrane Gewächse

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Was für’s Auge und den Geschmack: Lavendel

Rosmarin, Salbei, Majoran oder Thymian lieben die pralle Sonne. Sie mögen es warm und windgeschützt und benötigen nur wenig Wasser und Nährstoffe. Magere, lockere Erde reicht den Pflanzen völlig aus und auf Dünger könnt Ihr komplett verzichten. Pflanzt Ihr die Mittelmeerkräuter in ein Gartenbeet, so entwickeln sie sich schnell zu Selbstversorgern, um die ihr euch nicht kümmern müsst. Im Topf oder Korb auf dem Balkon reicht wenig Wasser aus. Von Natur aus haben mediterrane Kräuter an Hitze angepasste Blätter und überleben sowohl Hitzeperioden wie auch mitteleuropäische Winter.
Wer mit wem?  Gleich und gleich gesellt sich gern! Animositäten gibt es keine, daher dürfen mediterrane Kräuter mit gleichen Standortansprüchen zusammen gepflanzt werden.
Anzucht oder Pflanze? Das ist ganz euch überlassen. Mediterrane Kräuter lassen sich im Topf im Frühjahr anziehen, im Sommer wird bereits geerntet.
Pflege? Lavendel und Thymian im Frühjahr auf ein Drittel der Trieblänge stutzen, Salbei verträgt den Rückschnitt bis zur Basis.
Ernte? Bei unmittelbarer Verarbeitung: ganzjährig. Zum Trocknen: Vor der Blüte an einem sonnigen Vormittag

Halbschatten: Hier fühlen sich Küchenkräuter wohl!

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Schmeckt zu fast allem: Petersilie

Nicht ganz so sonnenverrückt und etwas anspruchsvoller an Boden und Nährstoffe sind unsere heimischen Küchenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Kerbel oder Dill. Auch Oregano gedeiht in halb sonnigen Lagen. Ideal eignen sich gehaltvollere Böden, mit Kompost und Sand aufgelockert.

Wer mit wem?  Heimische Küchenkräuter kommen gut miteinander, aber auch mit Gemüse, wie Bohnen, Tomaten, Salat oder Möhren aus. Liebstöckel aufgrund des üppigen Wuchses lieber solo pflanzen und auch wenn es verlockt: Schnittlauch und Petersilie nie zusammen mit mediterranen Kräutern in ein Beet stecken.
Anzucht oder Pflanze? Küchenkräuter lassen sich ganzjährig wunderbar in Töpfen oder Saatschalen ziehen. Schnittlauch oder Petersilie aus dem Eigenanbau haben meist mehr Aromen als Pflanzen aus dem Supermarkt.
Pflege? Regelmäßiges Wässern und 1x monatlich düngen
Ernte? Schnittlauch: Vor der Blüte, alles andere jederzeit! Konservierung durch Einfrieren in Eiswürfelbehälter

 

Von wegen Schattengewächse: Waldkräuter

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Auch die Bärlauchblüte ist eine Augenweide

Auch im Schatten lässt’s sich’s gut kräutern. Wer also einen Nordbalkon oder einen schattigen Garten sein eigen nennt, sollte nicht verzweifeln. Bärlauch oder Waldmeister haben ihr natürliches Vorkommen in Waldgebieten und kommen mit wenig Sonne aus. Auch Pfefferminze, Brunnenkresse oder Sauerklee mögen einen feuchten, schattigen Standort.

 

Wer mit wem? Schattenpflanzen können gut miteinander kombiniert werden.
Anzucht oder Pflanze? Bärlauch oder Waldmeister sind Kaltkeimer. Zur Keimung benötigen Sie Temperaturen von etwa 1-5 Grad. Die Aussaat erfolgt daher meist schon im Winter, spätestens im Februar. Einfacher geht’s mit Jungpflanzen, die ab Frühjahr erhältlich sind.
Pflege? Regelmäßiges Wässern für feuchtes Klima
Ernte? Unterschiedlich: Bärlauchblätter und Pfefferminze vor der Blüte, Waldmeister während der Blüte, Brunnenkresse ganzjährig.

Das Königskraut: Basilikum

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Köstlich, aber anspruchsvoll: Basilikum

Zu guter Letzt kommt noch ein Kräuterchen, das heute als „Trend-Kraut“ tituliert wird, in jedem Supermarkt zu finden ist und in keine der Kategorien passt. Zu Recht trägt Basilikum den Beinamen „Königskraut“: hocharomatisch in Geschmack und Duft, aber auch anspruchsvoll an den Standort. Dabei kommt das Kraut nicht etwa aus dem Mittelmeerraum, sondern ist ein subtropisches Gewächs aus Afrika und Asien. Basilikum braucht viel Licht und Stickstoff, mag aber keine pralle Sonne.

Wer mit wem? Passt gut zu Tomaten und Thymian
Anzucht oder Pflanze? Basilikum kann ganzjährig in Töpfen und Saatschalen gezogen werden, im Eigenanbau deutlich aromatischer als Pflanzen aus dem Supermarkt
Pflege? Regelmäßiges Wässern und Düngen, am besten mit Hornspänen
Ernte? Einzelne Blätter: Ganzjährig. Komplette Pflanze: Vor dem Winter. Konservierung durch Einfrieren oder in Ölen.

Na? Lust aufs kräutern? Dann her mit den Wunderpflanzen und berichtet über Eure Erfahrungen!

Weiterführende Links:
Was es jetzt im Juni im Garten zu tun gibt
Pflanzgefäße für Balkon und Terrasse
Gemüse auf dem Balkon anbauen

Ein Gedanke zu “Was kräutert denn da?

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