Herzlich Willkommen, liebe Insekten!

Sind wir doch mal ehrlich! Der Gedanke an Insekten löst in den wenigsten von uns Begeisterungsstürme aus. Marienkäfer, Bienen, Schmetterlinge – alles fein! Aber was sonst noch so kreucht und fleucht? Dabei lohnt es sich, viele Nützlinge ganz bewusst in unser Zuhause zu locken, denn sie unterstützen uns ganz nebenbei und auf natürliche Weise im Kampf gegen Blattläuse, Schnecken und Co. – und sorgen gleichzeitig dafür, dass wir uns an reicher Ernte freuen dürfen. Welche Hausgäste das sind?

Fleißige Helfer gesucht!

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Wildbienen sind vom Aussterben bedroht!

Himbeeren haben wir heuer im absoluten Überfluss – mindestens die dreifache Menge wie im Vorjahr. Woran das wohl liegt? Am Schnitt, am Dünger oder vielleicht am Nest, das sich ein kleiner Erdhummelstaat dieses Jahr in etwa zwei Meter Entfernung zwischen zwei Terrassensteinen gebaut hat? Fakt ist: 80 Prozent unserer heimischen Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, um sich zu vermehren und Früchte zu tragen. Je mehr eifrige Nektarsammler unterwegs sind, umso besser! Wildbienen sind immer mehr vom Aussterben bedroht, Hummeln stehen heute sogar unter Artenschutz. Also bloß nicht bekämpfen, sondern lieber gleich als Hausgäste in den Garten holen. Sie bereichern die Artenvielfalt in unserem Zuhause. Übrigens: Wildbienen stechen nur, wenn man sie einfängt, Hummeln sind äußerst friedlich und Schwebfliegen haben erst gar keinen Stachel.  Also auch kein Problem für kleine Kinder, die sich im Garten aufhalten.

So geht das Insekten-Zuhause!

Insektenhotel

Auch was fürs Auge: Insektenhotels

Doch wie lockt man nun einen Hummelstaat und andere Nützlinge in den eigenen Garten? Damit die fleißigen Artgenossen sich bei uns wohlfühlen, sollte man für entsprechenden Lebensraum sorgen: In einer versteckten Ecke des Gartens könnt Ihr Äste und Zweige zu einem kleinen Haufen schichten. Auch ein Steinhaufen ist ein gutes Quartier oder eine Trockenmauer. Die Ritzen bieten Schutz vor der Witterung und zur Eiablage. Eine ideale Brutstätte und Winterquartier für Wildbienen, Hummeln, Florfliegen und viele nützliche Wespenarten ist ein Insektenhotel – ein Hingucker im Garten und gleichzeitig Lebensraum für die treuen Helfer. So ein Hotel gehört an einen sonnigen, windgeschützten Ort – nicht aber in die pralle Mittagshitze! Solche Quartiere gibt es mittlerweile in vielerlei Ausführungen fertig zu kaufen – oder ihr gönnt Euch den Spaß, ein Insektendomizil mit Bambusrohren und anderem Holz selbst zu bauen.

Futter für die Nützlinge

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Schmetterlinge mögen Margariten

Mischkulturen mit Blüten vom Frühjahr bis in den Herbst versorgen die Nektarsammler durchgehend mit Nahrung. Offene Blüten, wie etwa Pfingstrosen im Zier-, oder Kürbis-, Gurken und Zucchiniblüten im Nutzgarten sind dabei besonders beliebt. Lasst auch ein paar Brennnesseln stehen – sie sind Hauptnahrung für Schmetterlingslarven. Küchenkräuter, Fenchel, Dill, Salbei, Thymian schmecken Schmetterlinge und anderen Nützlingen genauso gut wie Margariten, Fetthenne oder der Schmetterlingsflieder.

Natürliche Schädlingsabwehr

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Der Blattlaus größter Feind: Marienkäfer!

Viele Insekten sorgen nicht nur für eine reiche Ernte und üppige Blütenpracht, sie helfen uns auch im Kampf gegen Schädlinge. Wochenlang haben wir unser Lieblingspflanzen gehegt und gepflegt – und dann versaut uns ausgerechnet eine Blattlauskolonie die Freude an der Blüte. Das mickrige Salatplänzchen ist endlich zu einem respektablen Kopf angewachsen – doch nach ein paar Regentagen kommen nicht wir in den Gaumengenuss, sondern eine Reihe Nacktschnecken. Es braucht nicht viel, um zum Insektenkiller zu werden. Trotz all dem Ärger sollte man nicht immer gleich zur Chemiekeule greifen, sondern auf die Nützlinge und natürlichen Feinde der Schädlinge vertrauen. Marienkäfer essen in ihren wenigen Wochen Lebenszeit etwa bis zu 4.000 Blattläuse und Igel, Kröten oder Blindschleichen vertilgen mit Vorliebe Schnecken. Hohe Wiesen, Hecken, Reisighaufen, Insektenhotels und Nistkästen oder Trockenmauern sind ihr natürlicher Lebensraum dieser Helfer. Auch mit einigen Pflanzen vertreibt Ihr Schädlinge: Kapuzinerkresse meiden Schnecken zum Beispiel: Mitten ins Gemüsebeet gepflanzt hält sie die schleimigen Weichlinge von Euren Nutzpflanzen fern und blüht dabei noch ausdauernd bis in den Herbst hinein. Die gelben und orangen Blüten schmecken darüber hinaus vorzüglich im Salat. Schneckenabwehr funktioniert auch mit Salbei, Thymian und Rosmarin – und Lavendel funktioniert nachgewiesen gegen Ameisen. Pestizide überfüssig!

Habt Ihr Tipps zur Schädlingsabwehr?

 

Weiterführende Links:

Bauanleitung für Insektenhotels

Insektendomizile kaufen

10 Tipps für weniger Gartenarbeit

Ein Gedanke zu “Herzlich Willkommen, liebe Insekten!

  1. MacroShot schreibt:

    Ich muss, was das Insektenhotel angeht, leider vehement widersprechen. Dieses ist mit den völlig falschen Materialien bestückt. Zapfen & Holzspäne interessieren kein Insekt, weder den Marienkäfer noch die Florfliege! Was viel effektiver ist, ist ein Garten, der Ecken mit Laub & Totholz hat, denn dort sind die natürlichen Lebensräume & Rückzugsorte dieser Insekten. Sie werden sich ganz gewiss nicht in diesem Hotel niederlassen. Leider ist dieses Modell weit verbreitet.
    Für weitere Informationen empfehle ich https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/baumarktgrauen/

    Beim Thema Futter wird auch nicht die ganze Wahrheit gesagt. Unsere Insekten sind seit Jahrtausenden auf bestimmte EINHEIMISCHE Wildblumen & Gräser spezialisiert. Gibt es die nicht, existiert auch das entsprechende Insekt nicht. Als Nektar – & Pollenpflanzen mögen die noch taugen, aber was macht die Raupe eines Schmetterlings, der auf das Wildgras XY spezialisiert ist? Der stirbt einfach aus, da das Gras nicht vorhanden ist im Garten. Die Menschen wollen den Schmetterlingen immer helfen, bedenken aber nicht, dass die Raupe zuerst da ist & sich erst zum Schmetterling entwickeln muss. Da helfen weder Küchenkräuter noch der Schmetterlingsflieder 😦 Das ganze ist viel komplexer, als es den Anschein hat.

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